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2011/08/08

Introduced to Berlin Fashionweek // Hannes Kettritz

LEISE, ZURÜCKHALTEND, MODERN



Einen Spaziergang durch den Wald unternahmen die Besucher der Studio-Präsentation von Hannes Kettritz am frühen Nachmittag. Malerische Baumlandschaften und klares, kühles Scheinwerferlicht schafften eine mysteriöse Atmosphäre, in der der Berliner Designer sein Debüt gab. Seine ausschließlich männlichen Models wurden beinahe skulpturartig positioniert: maskulin, clean und weich.
Die Kollektion bestach durch leichte Jacken, kurze Hosen und Plastiksandalen. Die Kombination aus Karomustern und kühlen Blau- und Grautönen wirkte minimalistisch und detailverliebt zugleich. Unkonventionelle Schnitttechniken, außergewöhnliche Drapierungen und dezente Asymmetrie perfektionieren eine hochwertige, aber zurückhaltende Herrenkollektion.

Ob eine zweite Kollektion im Rahmen der Fashionweek folgt? Wir hoffen.

Introduced to Berlin Fashionweek // Day3

MBWF, Berlin
07/08/2011

Eine räumliche Neuheit bot das Zelt am Brandenburger Tor diesen Sommer zum ersten Mal. Neben dem klassischen Laufsteg gab es einen zweiten Raum, das Studio. Durch diese Erweiterung bekamen deutlich mehr Labels die Möglichkeit im Rahmen der Fashionweek ihre neusten Kollektionen vorzuführen. Gleichzeitig hatten vor allem kleine Berliner Labels, die sich eine teure Runway-Show nicht leisten können, die Chance kleine Kollektionen zu präsentieren.
Die Inszenierungen im Studio waren meist deutlich emotionaler und in ihrer Szenerie ausgefallener. Mittags, bei Hannes Kettritz wurden so von Bäumen und Sträuchern überrascht. Don't Shoot The Messengers zeigt am Morgen sehr erotische Damen - sitzend.

Der Freitag profitierte vor allem durch die langerwarteten Shows der Designer Marcel Ostertag und Kilian Kerner. Besonders Letzterer ist dafür bekannt zahlreiche Freunde persönlich einzuladen. Nachteilig für die Platzsuche am Runway - zumindest einer von uns konnte sitzen - jedoch toll für neue, interessante Kontakte.

Die Höhepunkte des wohl stärksten Tages folgen.








































Marcel // cardigan: COS // tank: COS // jeans: Cheap Monday // shoes: COX // bag: Zara // necklace: H&M by Lanvin
Elena // blouse: H&M // skirt: Zara // shoes: Vintage // bag: Vintage // tights: American Apparel // earrings: Mytho

Organic Fashion // Salonshow



Die zugehörige Fashion Show fand wie der Green Showroom ebenso im Berliner Adlon Hotel statt. Leider machte die Show einen recht unorganisierten Eindruck: zu wenig Plätze für zu viele Gäste, Trennung des "Laufstegs" und des Publikums durch aneinandergereihte Stühle, langes Warten auf Prominenz, Hektik bei den Models... Eine andere Location wäre hier sicherlich vorteilhaft gewesen.
Schön war allerdings die Live Musik - ruhig, elektronisch, mit Gesang an einigen Stellen. Wie der Musiker heißt, weiß ich leider nicht, aber mit seinem alternativ angehauchten Stil und seiner selbst kreierten Lounge-Musik, hat er die - durch den Salon - leicht bieder wirkende Atmosphäre doch sehr aufgelockert.

Mehr Infos und Videos: http://www.green-showroom.net/








Organic Fashion // Green Showroom: Kaethe Maerz

Ihre neuste Kollektion trägt den Namen 'Atmosphere'. Ihre Kleidung ist tragbar und von mittelalterlichen bis futuristischen Einflüssen geprägt. Inspiriert wird sie von "fantastischen Welten", wie z.B. dem Elfenthema. Die Designerin Kaethe Maerz, deren Atelier eigentlich in Düsseldorf zu finden ist, stellt im Green Showroom ihre 'Organic Fashion' aus.
















Überwiegend bestehen ihre Kreationen aus Leinen, Baumwolle und Leder, und zeigen weibliche Schnitte. Kaethe Maerz benutzt gedeckte Farben wie dunkelblau, da sie es als sehr kühl und dadurch beruhigend empfindet - verzichtet allerdings auf Schwarz. Es ist ihr wichtig Kleidung herzustellen, die durch gute Kombinationsmöglichkeiten zu jeden Anlass getragen werden kann.
Natürlich spielt auch für sie das Thema "Organic" eine große Rolle: "Wir haben Einfluss darauf, was wir tragen. Außerdem dürfen wir nie vergessen, wie wichtig unsere Haut ist. Dementsprechend gut sollten wir sie behandeln". Kaethe Mearz unterstützt die faire Produktion von Kleidung. Sie selbst lässt ihre Kreationen durch handwerkliche und hochwertige Verarbeitung in ihrem Düsseldorfer Atelier herstellen.



Organic Fashion // Green Showroom: OAT

OAT - Shoes that bloom









Sportliche Schuhe zu designen, die "grün" und dennoch stylisch sind - das war die Idee zweier niederländischen Designer. Mit einem außergewöhnlichen und lustigen Konzept gelang es ihnen bereits jetzt schon, viele Fans für sich zu gewinnen: 
Das besondere an OAT-Schuhen ist, dass sich hinter der Lasche im Schuh Samen befinden. Die Designer werben damit, dass die - irgendwann abgetragenen Schuhe - weiterleben, indem man sie gießt und eine Pflanze aus ihnen wächst. 
Ich persönlich halte dies für eine unglaublich süße Idee! 





Organic Fashion // Green Showroom: Caboclo

Alte Autoreifen finden modischen Nutzen

Sie sind geflochten oder haben Riemchen. Sie sind braun. Sie sind schwarz. Verziehrt sind sie durch Schnürrungen oder kleine Schnallen – alles spricht für die klassischen Sandalen, die jeder kennt und die besonders im Sommer einen hohen Beliebtheitsgrad erlangen. Doch sie sind weit mehr als das.

Die Sandalen von 'Caboclo' wurden mit einem Hintergedanken kreiert, der nicht nur den modischen Aspekt einbezieht. Es geht darum umweltbewusst Sandalen zu entwickeln, die trotz einfacher organischer Materialien sehr modisch und elegant sind. Handgemacht im Norden Brasiliens entstehen die Sandalen aus Leder, das durch einen natürlichen Prozess behandelt wird, sowie aus Sohlen, die ursprünglich mal Teil eines Autoreifens waren. Denn das ist, was 'Caboclo' ausmacht: Die Umgebung wahrzunehmen und zu realisieren, dass nicht alles seinen Nutzen verliert. So werden aus alten Reifen bequeme Schuhsohlen, aus Tierhaut, die in der Fleischindustrie Brasiliens eigentlich als unnutzbar gilt, schönes Leder und aus Baumrinde eine kräftige Farbe, mit der das Leder anschließend eingefärbt wird.
Da auch bei 'Caboclo' die Mode nicht zu kurz kommen soll, entwickelt sich das Label ständig weiter. Mittlerweile gibt es auch andere Kreationen, wie Schnürschuhe für Männer, Gürtel, oder Taschen, die man ebenso als Clutchbag, sowie als Umhängetasche tragen kann. Und auch die Sandalen selbst werden immer trendiger: Zu entdecken waren hochgeschnittene Römersandalen, Sandalen mit raffinierten Details wie Schleifen oder eingearbeiteter Muster, oder welche, die durch bunte Schnürrungen den doch recht dunklen Schuh auffrischen.




Das Thema 'Organic Fashion' wird immer aktueller. Caboclo hat einen speziellen Weg entdeckt umweltfreundlich zu produzieren und damit zu zeigen, dass man auch aus – bereits als Abfall definierten Materialien – mit ein bisschen Modebewusstsein, tolle Einzelteile kreieren kann.

Organic Fashion: Intro

Eine Mischung mit Sinn - für Nachhaltigkeit & Design

ORGANIC FASHION. Auch diesen Sommer fand der "GREENshowroom" wieder im Rahmen der Berliner Fashion Week statt. 40 nachhaltige Labels aus den Bereichen Fashion, Accessoires und Lifestyle wurden im Luxushotel Adlon präsentiert.

"Luxury means to us true values - Brands and products with a story to tell, working in respect to the environment and yet with the main emphasis on design." // Concept GREENshowroom

Neben den Ausstellern, gab es zusätzlich eine Fashion Show. Diese beeindruckte zwar mit tollen Einzelteilen, allerdings war die Atmosphäre nicht die, die ich mir gewünscht hätte. Auch wenn das Adlon natürlich zu den bekanntesten Hotels zählt: Dieser altmodische - gar spießige - Salon passte nicht zum Gesamtkonzept "Green Fashion". Ich hätte mir ein lockeres Ambiente gewünscht, in dem die Kollektion besser zum Vorschein gekommen wäre, als in diesem überfüllten Raum.

Dennoch war der Besuch im Green Showroom nicht umsonst: Ich habe interessante Entdeckungen gemacht und konnte mich mit einigen Designern unterhalten, die mir die Philosophie ihrer Marke nahe legten. Eine meiner Entdeckungen waren besondere Schuhe - handgemacht und mit alten Autoreifen als Bestandteil.

2011/08/05

Introduced to Berlin Fashionweek // Lala Berlin

KÜNSTLERISCH, FUTURISTISCH, VERSPIELT

Vier Podeste. Dunkelheit. Laute Musik ertönt. Es ist ein schneller Licht – und Farbwechsel, der sich über mehrere Minuten hinzieht. Plötzlich: Das Licht geht an und zu sehen sind streng aufrecht stehende Models, die zunächst eher Puppen ähneln.



'Lala Berlin'-Designerin Leyla Piedayesh hat sich in diesem Jahr bewusst gegen eine Präsentation im Zelt entschieden. Stattdessen fand die Präsentation ihrer Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2012 im Atelier im Hof des Postfuhramtes unter dem Arbeitstitel „Lucy In The Sky With Diamonds“ statt.
Bereits im Januar 2011 beeindruckte die Berlinerin mit ihrer Kollektion „Keep it real“, die von einer Vielfalt an Stoffen, Prints und Strickelementen geprägt war. Doch nun geht Leyla Piedayesh noch einen Schritt weiter: avantgardistische Prints. außergewöhnliche Schnitte und futuristische Details.
Die neuste Kollektion ist verspielt und romantisch – zugleich trägt sie einen Hauch von Rock'n'Roll mit sich. Alles wirkt sehr modern und künstlerisch. Weiß, Schwarz und Grau bilden den roten Faden der Kollektion, allerdings wird dieser hier und da durch erfrischendes Pink, Gelb oder Lila aufgebrochen. Feine Materialien wie Seide und zarte Baumwolle sorgen für einen weichen und lässigen Fall der Kleidung. Von Röcken, Kleidern, Hosen, bis hin zu Hemden und Jacken – der Kollektion fehlt es an nichts.
Es sind aber vor allem die knie- und bodenlangen Hemdkleider, die den Blickfang bilden. Nicht nur aufgrund ihrer feinen transparenten Stoffe, sondern auch wegen ihrer künstlerischen Prints, die hier besonders gut zum Vorschein kommen. 

Die 'Lala Berlin' Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2012 scheint, als sei sie "von einem anderen Stern."







Introduced to Berlin Fashionweek // Patrick Mohr

DREIECKE, KRALLEN, LATEXSOCKEN


Ein Mix aus Eleganz und Sportlichkeit, aus Avantgarde und Streetwear. Deutlich reduzierter präsentierte Patrick Mohr seine neuste Kollektion. Unter dem Titel ‚I want Mohr‘ präsentierte er selbstbewusst. Zu Recht.
Harte Schnitte und dezente Farben zeichnen die Kollektion aus. Meliertes Grau, zurückhaltendes Beige und Schwarz widersetzen sich rigoros vorherrschenden Sommerfarben. Passend. Gilt Patrick Mohr doch als der Querdenker der deutschen Mode. Und das sieht man. Asymmetrie und klare, fast architektonische Entwürfe – wieso auch wählen?
Dennoch war die Kollektion wie üblich geometrisch. Sein Markenzeichen, das Dreieck, fehlte selbstverständlich nicht. In Cut-Outs, im ausgefallenen Rückenausschnitt oder als Print blieb Mohrs Markenzeichen kreativ präsent. Besonders vor allem dreieckige Ledereinsätze in Krägen, Revers oder am Hosenbund. Nicht zu übertreffen als Plateausohle eines einmaligen Stilettos.
Skurril, aber vor allem interessant das Styling seiner Models. Eckige Augenbrauen, aufgeklebte Gumminägel und schwarze Latexsocken. Auf größere Showeffekte verzichtete Mohr. So stand die Kollektion deutlich im Vordergrund.



Video: Mercedes Benz Fashion Week

2011/08/04

Introduced to Berlin Fashionweek // Perret Schaad

PRÄZISE, MODERN, KONTRASTREICH


Es geht um Einfachheit und Präzision. Neue Formen und klassische Elemente präsentierten Perret Schaad. Mit einem traditionell inspirierten, weißen Hemd begann die Show: die Taille betont, die Ärmel weit. Fast schon subtil, etwas zurückhaltend führte das Designerduo scharfe Linien und architektonische, fast schon skulpturale Formen vor.
Asymmetrische Säume, wehende Kleider und vor allem einen interessanten Materialmix zeichnen die kommende Kollektion aus. Ein Blazer aus naturfarbenem, grobem Leinen. Das markante Revers aus matter Seide. Einen spannenden Kontrast ergeben eben diese groben Naturmaterialien und weiche, glänzende Seidenstoffe.
Ein ähnlicher Kontrast zeigt sich in der Farbe. Natürliches Hellbraun trifft auf gedeckte Farben, wie Mint, ein blasses Orange oder kühles Blau. Die ausgefallenen Schnitte und dezente Drapierungen stehen so deutlich im Vordergrund.
Erst zum Abschluss der Kollektion werden wir eines Besseren belehrt: Es geht auch knallig. In kräftigem Rot/Orange, mit wehendem Saum und schmaler Taille erschaffen die Designerinnen eine fließende Ästehtik. Auf Drapierungen wird scheinbar bewusst verzichtet. Die Designerinnen scheinen ein Entweder-Oder zu empfehlen.










































Video: Mercedes Benz Fashion Week