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2011/11/16

Wir verzichten: Versace for H&M

Es war der 22. November 2010, morgens gegen 5:00 Uhr. Leichter Nieselregen und bitter kalter Wind - wir erinnern uns: mit dicker Mütze, Handschuhen und gefütterten Stiefeln gesellten auch wir uns in die Schlange vor der Düsseldorfer H&M-Filiale auf der Kö. An 21. und 22. Stelle freuten wir uns beinahe drei Stunden auf die exklusive Lanvin-Kollektion, die Chefdesigner Alber Elbaz für H&M entworfen hatte.
Mäßig begeistert verließen wir den H&M etwa gegen 10:00 wieder. Zwei Krawatten und eine Fliege. Zwei T-Shirts und eine Kette. Wie häufig wir die exklusiven Stücke wirklich trugen? Es lässt sich an einer Hand abzählen.

Doch nun, nach einem langen Jahr, in dem wir uns mit schnöder H&M-Massenware begnügen mussten, können wir es kaum noch erwarten. Der Tag ist gekommen, an dem Versace for H&M in den Verkauf kommt. Erste Freunde von bedruckten Samtjäckchen, kuriosen Nieten-Ornamenten und tropischen Prints mit fröhlichen Palmen und liebreizenden Herzen stehen sicher schon vor der Filiale drei Straßen weiter.

Ob dieses einzigartige modische Angebot auch ohne Label derartige Aufmerksamkeit genießen würde? An dieser Stelle lassen wir doch einmal das HYPE Magazine sprechen. Treffend, finden wir:

Dein Wert [Anm.: die Samtjacke] basiert nicht auf deiner Verarbeitung, deiner Passform oder gar dem Stoff aus dem Du geschaffen wurdest, sondern bemisst sich allein anhand der Nachfrage nach Dir. Gleiches gilt auch für deine Schwestern namens Rock, Hose, Kleid und Mantel. Dein Erzeuger, ein Schwede hat Millionen in die Kreativität einer Italienerin investiert, um dich und deine Cousinen namens Gürtel, Kette und Armband für kaufkräftige Frauen und Männer attraktiv zu machen. Werbespots, Kampagnen, Fashionshows, Pressereisen, Preview-Booklets für Blogger und Modejournalisten, und Pre-Shopping Kooperationen- zugegeben, dass im Vorfeld deiner Einführung veranstaltete Brimborium ist beeindruckend, und leider oftmals besser als Du selbst.


Bei nicht ganz drei Grad Celsius in Düsseldorf und leichten Wind gehen wir nun (oder bald) in unsere warmen Betten. Den Modefreunden auf dem breiten Bürgersteig der Kö wünschen wir eine geruhsame Nacht!























Bilder: VOGUE.com

2011/08/15

Introduced to Berlin Fashionweek // Dawid Tomaszewski

FUNKELND, MELANCHOLISCH, MÄRCHENHAFT



Drehbare Podeste, melancholische Spieluhrmusik und kunstvolle Masken. Im abgedunkelten Studio präsentierte Dawid Tomaszewski seine neue Kollektion. Es ging um Vergänglichkeit, sagte der Designer bereits im Vorfeld. Eine Stimmung, die deutlich spürbar war.
Als detailverliebt könnte man Tomaszewkis Kollektion beschreiben. Kleider und Anzüge sind mit Federn geschmückt und aufwändigen Stickereien oder funkelnden Swarovski-Steinen verziert. Wie in einer anderen Welt gefangen wirkten die neun Models. Die aufwändigen Masken aus Spitze oder Bast gaben der Atmosphäre eine geheimnisvolle und zugleich höchst reizvolle Komponente.
Gedeckte Farben, wie Puder- und Rosétöne trafen auf kräftiges Pink. Feine Prints, in die einzelne Kristalle eingearbeitet wurden, wirkten mit feinen Seidenstoffen äußerst edel. Hauptsächlich Blumenmuster zeigen die Prints. Diese verweisen auf niederländische Gemälde des 18. Jahrhunderts. Vergänglich eben. Klassische, aber dennoch moderne Kreationen erinnern an die Eleganz vergangener Zeiten. Eine Eleganz, die man sich nur wünschen kann.

Introduced to Berlin Fashionweek // Mariusz Przybylski


AUSSERGEWÖHNLICH, ANDROGYN, AUTHENTISCH


Ein klassisches schwarzes Herrenjackett. Einreihig, mit schmalem Revers. Ein gleichfarbiger Überwurf aus Seide – fließend um die Schultern gelegt. Mariusz Przybylski verbindet in seiner neusten Kollektion ‚Ultra‘ klassische Elemente mit modernem Design.
In seiner Heimat ist Przybylski längst für seinen eigenwilligen, aber gleichzeitig authentischen Stil bekannt. Auch in Berlin verbindet er einen coolen, androgynen Look mit klassischen Elementen und schafft einen außergewöhnlich, fast unnahbaren Look mit hohem Wiedererkennungswert.
Klare, oftmals asymmetrische Schnitte, fließende Designs und skulpturale Falttechniken verbindet der Pole mit hochwerten Stoffen, wie Kaschmir, Wolle, Seide und Leder. Festlegen mag er sich nicht. Dadurch entsteht ein sehr individueller, gleichzeitig hochwertiger Materialmix.
Eigens entworfene Farbmuster und Prints heben vor allem die Herrenkollektion hervor. Präsent sind außerdem zahlreiche transparente Oberteile. Die Form dieser meist klassisch, wie ein Hemd oder geknöpfter Cardigan. Für einen besonderen Glanz sorgen glatte Fellsträhnen und bronzefarbene Hosen.







Introduced to Berlin Fashionweek // Hien Le

ROT, GELB, BLAU



Drei kräftige Akzente einer reinen Kollektion stehen stets für sich selbst: Rot, Geld und Blau. Hien Le beweist, dass der Gebrauch von leuchtenden Farben nicht mit Colorblocking einhergehen muss. Danke!
Ein hautfarbendes Hemd. Schlicht, ein leicht transparenter Stoff. Dazu eine leuchtend rote Shorts. Es sind die klare Schnittführung und ein sensibles Gespür für Details, die Hien Les Kollektion in ihrer Schlichtheit überzeugen lassen. Untermalt wird dieser Stil durch klare Grundfarben, wie Weiß, Beige oder zartes Grau. Der Designer verwendet kein Schwarz, setzt eben drei klare Akzentfarben.
Kragenlose Hemden, kurze Shorts oder Röcke, sowie Hosen mit weitem Bein sind Schlüsselelemente einer stimmigen Kollektion. Die Entwürfe drücken – trotz strahlender Farben – eine zurückhaltende Eleganz aus. Die Kombination auf Natürlichkeit, subtilen Details und strikter Konsequenz bilden einen stringenten roten Faden.

2011/08/14

Introduced to Berlin Fashionweek // Irene Luft

FARBENFROH, ELEGANT, FEMININ 

Rot, Gelb, Orange, Grün, Türkis – kräftige Farben, wo das Auge nur hinsieht. In ihrer Frühjahr-/Sommerkollektion 2012, die sie auf der Mercedes Benz Fashion Week präsentierte, setzt Irene Luft auf den Trend dieses Sommers: 'Colorblocking'.
Ein orangefarbenes Oberteil kombiniert zu einem gelben Bleistiftrock, verziert durch einen gold-schimmernden Taillengürtel, sowie ein – am Dekoltée – weit ausgeschnittener, knallroter Kurzblazer mit passender Hose. Die Designerin verwendet zwar bunte Seidenstoffe, achtet dennoch auf Tragbarkeit und eine klare Linie. Daher gibt es auch kein zwei- oder mehrfarbiges Kleidungsstück, sondern ausschließlich unifarbene Teile. Die Idee ist, jedes Teil ihrer Kollektion mit einem anderen kombinieren zu können – trotz knalliger Farbtöne.

Irene Lufts Kreationen sind eng geschnitten und äußerst feminin. Der goldene Taillengürtel, der sich wie ein roter Faden durch die gesamte Kollektion zieht, dient ebenfalls zur Betonung der weiblichen Kurven. Es ist Mode für die moderne Business-Frau: Kleider, Mäntel, schön geschnittene Oberteile, Westen aus feinem Strick, sowie liebevoll designte Kurzjacken – der Kollektion fehlt es an nichts. Sehr romantisch: ein weißes, leicht ausgestelltes Kleid mit gelber Spitze, die einer wahren Blumenpracht gleicht. Zu den farbenfrohen Outfits tragen die Models eine gelockte Hochsteckfrisur und auffällige Brillen von 'IN STYLE eyewear', was den gesamten Look so noch eleganter wirken lässt.









































Neben den 'Colorblocking'-Outfits entwarf die Designerin zusätzlich eine zweite Linie. Hierbei handelt es sich überwiegend um Kleider und Oberteile aus schwarzer Spitze mit eingearbeitetem transparenten Stoff, sowie Stickereien, die von Blümchen- bis hin zu Spinnennetzmustern reichen. Dazu: silberfarbene Röcke und Jacken.


Introduced to Berlin Fashionweek // Kilian Kerner

KLAR, HARMONISCH, EMOTIONAL



Gefühlvoller hätte die Show wohl kaum anfangen können. Der Catwalk ist abgedunkelt. Im Licht eines einzelnen Scheinwerfers steht der dänische Musiker Mads Langer. ‚Somewhere Else‘, eine gefühlvolle Ballade – geschrieben von Designer Kilian Kerner – singt der Sänger mit klarer Stimme.
Gefühlswelten, tiefe Emotionen und verschiedene Lebensabschnitte, inspirierten den Designer zu seiner neusten Kollektion. Unter dem Titel ‚Unsere Reise bis woanders‘ präsentierte Kerner klare Linien, puristische Formen und dezente Details. Ein besonderer Fokus gilt klassischen Minikleidern, die Kerner mit transparenten Ärmeln oder in Wildleder mit zweifarbigen Elementen variiert.
Auch elegante Hosenanzüge mit langen Jacken entwirft Kerner zweifarbig. Kühle Grau- und Blautöne treffen auf zarte Puder- und Beigetöne. Akzente setzen gold- und bronzefarbene Details: ein One-Shoulder-Dress mit goldenen Perlen oder ein Minikleid mit bronzefarbenem Paillettenoberteil. Famos!
Die Herrenkollektion funktioniert ähnlich: minimalitische Formen, klare und deutliche Schnitte, sowie mehrfarbige Elemente. Einen deutlichen Akzent setzt kräftiges Pastell. Klassisch inspirierte Shorts, schlichte Cardigans aus feinem Strick und mehrfarbige Jacketts bilden eine moderne und sehr harmonische Kollektion.









Video: via VIMEO

2011/08/13

Introduced to Berlin Fashionweek // Iris van Herpen

AVANTGARDISTISCH, KÜNSTLERISCH, SKULPTURAL

Sie galt als die Must See-Show der Fashioweek, präsentiert von Mercedes-Benz und ELLE. Dementsprechend hoch waren die Ertwartungen an Iris van Herpen. Gespannt wartete man auf den Anfang der Show. Am Runway wird es dunkel. Harter Elektrobeat mit sirenhaftem Gesang ertönt. Die Scheinwerfer gehen an und das erste Model erscheint.
Sie trägt ein Kleid, das durch seinen tentakelartigen Saum einer Medusa ähnelt. Taktvoll schwingen die einzelnen „Tentakeln“ bei jedem Schritt mit . Diese fließende Bewegung – das auf-und abschwingen – erinnert stark an eine Qualle.



Die niederländische Designerin setzt auf Handwerkskunst und innovative Materialien. Sie verarbeitet Metallseide, Polyamidpulver oder gesmoktes Leder und erschafft damit symmetrische Konstruktionen. Ihre Schnitte sind skulptural und futuristisch, künstlerisch und verspielt.
So taucht der Zuschauer ein in eine abstrakte Unterwasserwelt: Kleider aus weiß schimmernden Strähnen mit hohem Kragen, die ebenfalls die Assoziation mit einer Qualle herstellen, sowie detailreiche Schultermodellagen, die der Form eines verzweigten Korallenriffs gleichen. Es sind aber auch die Kleider aus gedrehten Spiralen, denen viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Denn diese wirken wie ein Käferpanzer oder sind einem menschlichen Skelett nachempfunden.




































Mit ihrer Frühjahr-/Sommerkollektion 2012 beweist Iris van Herpen Kreativität und Originalität. Zudem zeigt die 28-Jährige, dass Mode Kunst ist. Die Erwartungen wurden erfüllt. Ihre Kreationen sind wunderschöne und sogar tragbare Kunstwerke, die man so schnell nicht vergessen wird!

2011/08/10

Introduced to Berlin Fashionweek // Marcel Ostertag

KILLING ME SOFTLY

Geraffter Chiffon und fließende Seide. Als Kontrast schweres Leder. Die Farben ähnlich: zunächst dezent und zurückhaltend, dann leuchtend und auffallend. Die Farbpalette ist groß. Weiche Sommertöne wie Zitronengelb, Beige-, Sand- und Kamel-Töne treffen auf Gold, Metallic und Schwarz.
Marcel Ostertag verzichtet bewusst auf Muster, setzt dafür auf kleine Stoffspielereien durch Lagen und verwendet schwere, auffällige Ketten als Schmuck. Es sind außerdem die Fransen, die es ihm angetan haben. Diese kommen in den unterschiedlichsten Varianten zum Einsatz: Mal verzieren sie einen metallicfarbenen – teils transparenten – Mantel, der einem Regencape ähnelt. Ein anderes Mal flattern sie an einem, mit Schmuck besetzten, Schultereinsatz eines kurzen Kleides aus schwarz gerafftem Tüll, sowie am Saum eines Rockes.
In seiner Frühjahr-/Sommerkollektion 2012 unter dem Titel „Killing me softly“ setzt Marcel Ostertag auf Eleganz und betont die Weiblichkeit. Seine Kreationen wirken klassisch und dennoch modern. Es ist der Materialmix, der sich durch die gesamte Kollektion zieht. Ebenso variieren die Schnitte. Ostertag beweist sein Können auf großer Bandbreite: Von lässigen Oversize-Kleidern, locker sitzenden Oberteilen oder transparent flatternder Mäntel, bis hin zu Bauchfrei, enganliegender Miniröcke und taillierter Blusen.






Mit dieser Kollektion gelang es ihm, klassische Elemente zu modernisieren. Für seine äußerst einfallsreichen und außergewöhnlichen Kreationen wurde er nach einer fantastischen Show mit kräftigem Applaus und Jubelrufen belohnt – nicht zuletzt, weil er am Ende selbst einen gekonnten Catwalk auf Highheels hinlegte.

2011/08/08

Introduced to Berlin Fashionweek // Hannes Kettritz

LEISE, ZURÜCKHALTEND, MODERN



Einen Spaziergang durch den Wald unternahmen die Besucher der Studio-Präsentation von Hannes Kettritz am frühen Nachmittag. Malerische Baumlandschaften und klares, kühles Scheinwerferlicht schafften eine mysteriöse Atmosphäre, in der der Berliner Designer sein Debüt gab. Seine ausschließlich männlichen Models wurden beinahe skulpturartig positioniert: maskulin, clean und weich.
Die Kollektion bestach durch leichte Jacken, kurze Hosen und Plastiksandalen. Die Kombination aus Karomustern und kühlen Blau- und Grautönen wirkte minimalistisch und detailverliebt zugleich. Unkonventionelle Schnitttechniken, außergewöhnliche Drapierungen und dezente Asymmetrie perfektionieren eine hochwertige, aber zurückhaltende Herrenkollektion.

Ob eine zweite Kollektion im Rahmen der Fashionweek folgt? Wir hoffen.

2011/08/05

Introduced to Berlin Fashionweek // Lala Berlin

KÜNSTLERISCH, FUTURISTISCH, VERSPIELT

Vier Podeste. Dunkelheit. Laute Musik ertönt. Es ist ein schneller Licht – und Farbwechsel, der sich über mehrere Minuten hinzieht. Plötzlich: Das Licht geht an und zu sehen sind streng aufrecht stehende Models, die zunächst eher Puppen ähneln.



'Lala Berlin'-Designerin Leyla Piedayesh hat sich in diesem Jahr bewusst gegen eine Präsentation im Zelt entschieden. Stattdessen fand die Präsentation ihrer Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2012 im Atelier im Hof des Postfuhramtes unter dem Arbeitstitel „Lucy In The Sky With Diamonds“ statt.
Bereits im Januar 2011 beeindruckte die Berlinerin mit ihrer Kollektion „Keep it real“, die von einer Vielfalt an Stoffen, Prints und Strickelementen geprägt war. Doch nun geht Leyla Piedayesh noch einen Schritt weiter: avantgardistische Prints. außergewöhnliche Schnitte und futuristische Details.
Die neuste Kollektion ist verspielt und romantisch – zugleich trägt sie einen Hauch von Rock'n'Roll mit sich. Alles wirkt sehr modern und künstlerisch. Weiß, Schwarz und Grau bilden den roten Faden der Kollektion, allerdings wird dieser hier und da durch erfrischendes Pink, Gelb oder Lila aufgebrochen. Feine Materialien wie Seide und zarte Baumwolle sorgen für einen weichen und lässigen Fall der Kleidung. Von Röcken, Kleidern, Hosen, bis hin zu Hemden und Jacken – der Kollektion fehlt es an nichts.
Es sind aber vor allem die knie- und bodenlangen Hemdkleider, die den Blickfang bilden. Nicht nur aufgrund ihrer feinen transparenten Stoffe, sondern auch wegen ihrer künstlerischen Prints, die hier besonders gut zum Vorschein kommen. 

Die 'Lala Berlin' Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2012 scheint, als sei sie "von einem anderen Stern."







Introduced to Berlin Fashionweek // Patrick Mohr

DREIECKE, KRALLEN, LATEXSOCKEN


Ein Mix aus Eleganz und Sportlichkeit, aus Avantgarde und Streetwear. Deutlich reduzierter präsentierte Patrick Mohr seine neuste Kollektion. Unter dem Titel ‚I want Mohr‘ präsentierte er selbstbewusst. Zu Recht.
Harte Schnitte und dezente Farben zeichnen die Kollektion aus. Meliertes Grau, zurückhaltendes Beige und Schwarz widersetzen sich rigoros vorherrschenden Sommerfarben. Passend. Gilt Patrick Mohr doch als der Querdenker der deutschen Mode. Und das sieht man. Asymmetrie und klare, fast architektonische Entwürfe – wieso auch wählen?
Dennoch war die Kollektion wie üblich geometrisch. Sein Markenzeichen, das Dreieck, fehlte selbstverständlich nicht. In Cut-Outs, im ausgefallenen Rückenausschnitt oder als Print blieb Mohrs Markenzeichen kreativ präsent. Besonders vor allem dreieckige Ledereinsätze in Krägen, Revers oder am Hosenbund. Nicht zu übertreffen als Plateausohle eines einmaligen Stilettos.
Skurril, aber vor allem interessant das Styling seiner Models. Eckige Augenbrauen, aufgeklebte Gumminägel und schwarze Latexsocken. Auf größere Showeffekte verzichtete Mohr. So stand die Kollektion deutlich im Vordergrund.



Video: Mercedes Benz Fashion Week

2011/08/04

Introduced to Berlin Fashionweek // Perret Schaad

PRÄZISE, MODERN, KONTRASTREICH


Es geht um Einfachheit und Präzision. Neue Formen und klassische Elemente präsentierten Perret Schaad. Mit einem traditionell inspirierten, weißen Hemd begann die Show: die Taille betont, die Ärmel weit. Fast schon subtil, etwas zurückhaltend führte das Designerduo scharfe Linien und architektonische, fast schon skulpturale Formen vor.
Asymmetrische Säume, wehende Kleider und vor allem einen interessanten Materialmix zeichnen die kommende Kollektion aus. Ein Blazer aus naturfarbenem, grobem Leinen. Das markante Revers aus matter Seide. Einen spannenden Kontrast ergeben eben diese groben Naturmaterialien und weiche, glänzende Seidenstoffe.
Ein ähnlicher Kontrast zeigt sich in der Farbe. Natürliches Hellbraun trifft auf gedeckte Farben, wie Mint, ein blasses Orange oder kühles Blau. Die ausgefallenen Schnitte und dezente Drapierungen stehen so deutlich im Vordergrund.
Erst zum Abschluss der Kollektion werden wir eines Besseren belehrt: Es geht auch knallig. In kräftigem Rot/Orange, mit wehendem Saum und schmaler Taille erschaffen die Designerinnen eine fließende Ästehtik. Auf Drapierungen wird scheinbar bewusst verzichtet. Die Designerinnen scheinen ein Entweder-Oder zu empfehlen.










































Video: Mercedes Benz Fashion Week

Introduced to Berlin Fashionweek // Rena Lange

VIELFÄLTIG, LUXURIÖS, GLAMOURÖS



Einen Bubi-Kragen modern zu inszenieren, ist ein Talent - für Rena Lange fast schon typisch. Auch für den kommenden Sommer. Mit kühlen Schwarz-Weiß-Kombinationen und kräftigen Sommerfarben schafft der neue Chefdesigner Karten Fielitz einen eleganten, wie glamourösen Einstand. An Opulenz und Pomp fehlt es der Kollektion nicht.
Es war die äußerst bunte, fast schon knallige Eröffnung, die ins Auge stach. Ein gelber Jumpsuit aus Seide oder ein wehendes Kleid in kräftigem Grün. Die Opulenz im Detail: Blumenstickereien, Edelsteine oder rote Lackborten. Den Berliner Purismus, wie so mancher Journalist den Berliner Look zusammenzufassen versuchte, erkennt man hier sicherlich nicht.
Auch wenn der zweite Teil der Kollektion deutlich kühler und in schwarz-weiß wesentlich schlichter funktioniert, sind es auch hier die Details, die den Luxus und Glamour des Münchener Labels betonen. Besonders ein aufwendiges schwarz-weißes, voluminöses Minikleid mit blätterartigen Rüschen sorgte für tosenden Applaus im Publikum.




Introduced to Berlin Fashionweek // Vladimir Karaleev

ZÄRTLICH, RUHIG, HINGEBUNGSVOLL



Es war zärtlich. Es war ungezwungen. Es hatte etwas von Hingabe. Zu ruhigen Klängen präsentierte Vladimir Karaleev im Studio seine erst zweite Kollektion. Weiche, leicht raue Seidenstoffe treffen auf markante Dekonstruktion.
Kühle Farbwelten aus Blau, Grün und Beige zeigen eine äußerst zurückhaltende Kollektion. Es geht um Schnitte und weiche Stoffe – kunstvoll drapiert. Kleider, die den Körper der Frau sanft umschlingen. Fließende und natürliche Schnitte, gleichzeitig asymmetrisch.
Ein hellgraues, knielanges Kleid. Der Saum ungerade. Eine Drapierung an Brust oder Taille. Minimalismus in seiner feinsten Form. Sehr präsent, Vladimir Karaleevs Markenzeichen: ein leicht unvollendeter Charme. Man könnte annehmen, es sei alles provisorisch abgesteckt. Ärmel hochgerollt, Kanten leicht unsauber geschnitten, Röcke und Kleider ungesäumt. Die dekonstruktive Silhouette tut ihr übriges.

2011/07/18

Walking through the airport // Kilian Kerner Senses

PURISMUS, PASTELL, 'HEX! HEX!'



Ein blonder Pferdeschwanz, zusammengebunden mit einem roten Haarband. Ihr Besen Kartoffelbrei ist ebenso bekannt wie ihr Zauberruf 'Hex! Hex!'. Bibi Blocksberg ist eine liebenswürdige Kultfigur. Kinder zwischen vier und zehn Jahren, so die Zielgruppe der Hörspielreihe, wachsen mit ihr auf.
Kilian Kerner, seines Zeichens Anfang 30, widmet der quirligen Hexe Stücke seine Kollektion. Das graue Tanktop mit Bibi Blocksbers skizziertem Gesicht oder das beige T-Shirt mit den Worten "Eene meene mei, flieg los Kartoffelbrei" sind zwei besondere Stücke aus der Herrenkollektion des Berliner Labels.
Generell ist eine Kilian Kerner Senses-Kollektion eine stets Emotionale, trägt immer eine persönliche Note des Designers. Ständig wechselnde Slogans auf den T-Shirts zeigen das deutlich.
Klare Linien, mit jugendlichem Charme und Verspieltheit präsentiert der Jungdesigner für 2012. Eine aufwändige Faltenoptik wird durch dezentes Cremeweiß minimalistisch präsentiert. Raffinierte Teilungsnähte werden durch dezente Farbfelder betont. Charakteristisch für die Jersey-Linie des jungen Designers.
Tragbare Kleidung ohne das Gefühl von Luxus zu verlieren, heißt es. Seinem hochgelobten Stil bleibt er treu, transportiert ihn allerdings hier vom Laufsteg auf die Straße. Ein Höhepunkt!

Bilder: Kilian Kerner

2011/07/17

Walking through the airport // Iron Fist Footwear

SEHEN, STAUNEN, SICH VERLIEBEN

Diese wundervollen Schuhkreationen im Rockabilly-Style waren mein Highlight der B&B.


'Iron Fist - Made with love for a heartless world'






Walking through the airport // MOS Copenhagen

FUNKY, FRISCH, FABELHAFT


Ein Schuh, der modisch und bequem ist? Meist ist das zu viel verlangt – jedoch nicht, wenn es sich um das dänische Label 'MOS Copenhagen' handelt. Sofie Edward, die Designerin des jungen Modelabels, stellt ihre außergewöhnliche Schuhkollektion erstmals in Deutschland auf der Bread & Butter vor. Ihr Konzept: Sportliche Damenschuhe, die trotzdem weiblich und elegant sind. Ein Konzept, das vor allem in China aufgeht.
Mit verschiedensten Themen wie 'Denim-Style', 'Animal-Print', 'Camouflage-Optik' oder 'Colourblocking', spricht die Designerin gleich mehrere Trends an und beweist so die Vielfältigkeit ihrer Marke. Auch was die Art der Schuhe anbelangt, fehlt es ihr nicht an Ideenreichtum: Von Römersandalen, Ballerinas, bis hin zu Moonboots – das Angebot ist sehr umfangreich. Typisches Merkmal von 'MOS Copenhagen' ist der feste Schaumstoffabsatz, der entweder als Keil-oder als sehr flacher Absatz angebracht ist. Außerdem fällt der, von den 80er-Jahren inspierierte Maschenstoff, immer wieder ins Auge.
Zwar ist 'MOS Copenhagen' in Deutschland bisher noch nicht vertreten, allerdings soll sich das, laut Designerin, in naher Zukunft ändern. Denn vielleicht finden auch wir bald Gefallen an den außergewöhnlich, und unheimlich bequemen Schuhkreationen einer Frau, die weiß, was Frauen wollen!